IG ABC

Für die Gefahrenabwehr im ABC-Bereich wurden entsprechend dem ABC-Konzept Bayern in vielen mittelfränkischen Städten und Landkreisen ABC-Fachberater benannt und Einsatzkonzepte erstellt. Mancherorts fehlen solche Einrichtungen noch oder eine einheitliche Vorgehensweise ist nur wenig ausgeprägt. Mehrere mittelfränkische Kreisbrandräte und ABC-Fachberater haben anlässlich einer Klausurtagung vorgeschlagen, den gemeinsamen Gedankenaustausch zu fördern. Sehr schnell wurde deutlich, dass die Herausforderungen überall nahezu deckungsgleich sind - völlig unabhängig davon, ob es in einer Stadt oder einem Landkreis vielleicht mehr Transportunfälle auf Autobahnen gibt und dafür im Nachbarlandkreis mehr Betriebe, die mit gefährlichen Gütern hantieren. Für jeden leicht nachvollziehbar ist in der ABC-Gefahrenabwehr getrenntes Handeln in der Regel weder zielführend noch ressourcenschonend und ein Blick "über den Tellerrand" allemal lohnend.

Der Bezirksfeuerwehrverband Mittelfranken bietet mit der IG-ABC eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Weiterbildung der mittelfränkischen ABC-Fachberater. Gerade in einer Zeit, in der die Aufgaben für die Feuerwehren stetig zunehmen und die Zahl der aktiven Feuerwehrleute sinkt, macht es keinen Sinn, wenn jede Einheit das Rad neu erfinden muss.

Im Einsatz stehen die ABC-Fachberater nicht selten im Spannungsfeld zwischen Verharmlosung (Ahnungslosigkeit) und Überreaktion (Angst). Ihre Aufgabe ist es, den Einsatzleiter in seiner Verantwortung in einer Gefahrensituation mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, ihrem beruflichen Können und oft langjähriger Einsatzerfahrung bei der Entscheidungsfindung zu beraten. In den letzten Jahren sind nicht nur Anzahl und Umfang der Einsätze sowie die Einsatzschwerpunkte, sondern auch die Anforderungen an die ABC-Fachberater gestiegen. Sich ändernde Einsatzschwerpunkte, Erwartungshaltungen und Spannungsfelder in denen sich ABC-Fachberater oft wiederfinden, können nur durch kontinuierliche Weiterbildungsangebote und ständigen Erfahrungsaustausch sowie eine entsprechende Qualitätssicherung gemeistert werden. Trotz der gewachsenen und gewollten Vielfalt der Feuerwehren in Mittelfranken geht es auch bei den ABC-Fachberatern um einen Minimalkonsens in Auswahl, Ausbildung, Ausrüstung und einheitlichem Vorgehen.

Beim ersten Treffen der IG-ABC, welches Mitte September 2013 in Schwabach statt fand, wurde deshalb eine enge Zusammenarbeit beschlossen. Beginnend mit dem Austausch von Ideen, der Nachbesprechung von Einsätzen, der Vereinheitlichung von Formularen und anderen Hilfsmitteln im Einsatz könnte die Zusammenarbeit auch dahin gehen, Ausrüstungsgegenstände einheitlich oder gar gemeinsam zu beschaffen, um Synergieeffekte bei Kosten für Anschaffung und Unterhalt sowie die Ausbildung der Feuerwehren zu nutzen. Das Treffen zeigte auch, wie wichtig die Schaffung einer landesweiten Kommunikations- und Informationsplattform für die ABC-Fachberater wäre - zumindest in Mittelfranken ist mit der IG-ABC ein Grundstein hierzu gelegt.

Die IG-ABC greift künftig unter anderem folgende Themenschwerpunkte auf:

  • Aufgaben des ABC-Fachberaters, Befugnisse und rechtliche Stellung,
  • kontinuierlicher Austausch und Weiterbildung,
  • zentrale Erarbeitung von Datenbanken bzw. die optimierte Nutzung vorhandener Datenbanken,
  • Empfehlungen für die Ausrüstung und Ausstattung,
  • Zusammenarbeit von Fachberatern und Einheiten der Gefahrenabwehr,
  • Erstellung von Lehrunterlagen mit entsprechenden methodisch didaktischen Ausarbeitungen für die Ausbildung in den Feuerwehren.


Wenn Sie Fragen haben oder wenn Sie Anregungen, Ideen, Wünsche oder konstruktive Kritik vorbringen möchten, wenden Sie sich bitte an den für ihren Stadt- / Kreisfeuerwehrverband zuständigen ABC-Fachberater oder den Fachbereichsleiter der IG-ABC oder ihren zuständigen Fachberater.
 

Die Vertreter der IG-ABC (270,8 KB)

Tagungsprogramm 1.April 2017 (178,7 KB)