Hafennebel 2014, 300 Helfer übten den Ernstfall

24. Mai 2014

Mit dem Stichwort Hafennebel 2014 begann nach einer fast einjährigen Planungszeit am Samstag (24. Mai 2014) eine vierstündige Katastrophenschutzübung in der Stadt Fürth. Als Kulisse diente das Hafenareal am Rhein-Main-Donau Kanal mit seinen vielseitigen Übungsmöglichkeiten zu Land und auf dem Wasser. Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, BRK, Wasserrettung DLRG und BRK, Notfallseelsorger und Wasserschutzpolizei probten gemeinsam den Ernstfall. Als besondere Übungspartner beteiligten sich neben der Firma Unitank, das Wasser- und Schifffahrtsamt und das Klinikum Fürth.

Ausgangslage:

In den frühen Vormittagsstunden ereignet sich während der Betankung eines Tankwagens an einer Füllbühne eine Explosion mit Brandfolge. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Gasöltank mit einem Fassungsvermögen von 10000m³. Mehrere Mitarbeiter werden durch das Ereignis auf dem Firmengelände verletzt. Der Ausfall der Stromversorgung verhindert ein Eingreifen der stationären Sicherheitssysteme. Auf Grund des Unglückes bildet sich ein rund 500m² großer Ölteppich am Ufer des Rhein-Main-Donau Kanals. Das vorbeifahrende Schubschiff "Franz Hesselberger" wird durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt und treibt im Wendebecken. Sowohl am Ufer der Schifffahrtsstraße wie auf dem Schiff werden mehrere Personen verletzt.

Einsatzablauf:

Die ILS Nürnberg alarmiert neben den 12 Ortsteilwehren der Stadt Fürth, organisiert in 5 erweiterten Löschzügen, den ABC-Zug, den THW Ortsverband Fürth, BRK-Rettungsdienst, BRK-Schnelleinsatzgruppen und den Wasserrettungsdienst von DLRG und BRK. Die Örtliche Einsatzleitung teilt die anrückenden Einsatzkräfte in vier Einsatzabschnitte ein:

1: Rettung von Personen und Brandbekämpfung
2: Wasserförderung über lange Wegstrecken
3: Öl auf Gewässer
4: ABC-Dienst/Messen und Erkunden

Während die Brandbekämpfung im Bereich der Füllbühne und der Schutz von weiteren Tankanlagen mit mehreren Rohren durch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Fürth vorgenommen wird, beginnen auf dem Rhein-Main-Donau Kanal die Rettungs-maßnahmen durch die BRK- und DLRG-Wasserrettung. So müssen mehrere Personen aus dem Wasser, von dem gegenüberliegenden Uferbereich und von dem Schubschiff "Franz Hesselberger" gerettet werden. Dabei werden auch Taucher zur Personensuche eingesetzt.

Die Absperrmaßnahmen auf der Schifffahrtsstraße werden durch die Wasserschutzpolizei und durch die Feuerwehr mit einem Boot vorgenommen bzw. der reibungslose Verkehr auf dem Rhein-Main-Donau Kanal gewährleistet.

In der Zwischenzeit bereiten sich die Helfer von den Schnelleinsatzgruppen Betreuung/Transport an einer Sammelstelle auf die Patienten vor. Hierzu werden Gerätschaften und Zelte aufgebaut. Rund 80 Einsatzkräfte von BRK/DLRG, darunter 5 Notärzte und 7 Notfallseelsorger, betreuen 30 Patienten. Parallel wird eine Ölsperre an der Kaimauer errichtet. Die notwendige Strom-Infrastruktur und das Beseitigen von Trümmerteilen übernehmen Fachgruppen des THW OV Fürth.

Nach einer ersten Sichtung und Versorgung werden die Verletzten unter reellen Gegebenheiten in das Klinikum Fürth gebracht. Für das Klinikum ist die Teilnahme an der Übung eine Möglichkeit, die 2013 räumlich neu strukturierte Notaufnahme zu testen.

Gegen Mittag endete nach vier Stunden die Übung Hafennebel. Brandrat Christian Gußner (BF Fürth), Stadtbrandrat Werner Ruffus (FF Fürth) und Ordnungsreferent Stadtrat Christoph Maier gaben in einem ersten Fazit ein positives Ergebnis über den Verlauf der Übung bekannt.